Nettes, Sehenswertes und Lustiges:


Sollte jemand etwas Nettes zur Verfügung stellen wollen ... immer her damit!

 

 

Gruß und Waidmannsheil,

der JAGDSPEZI 


Die nächsten 2 Erlebnisse waren meine Highlight`s im JJ 2016  

 

Nicht zum nacharmen empfohlen …

 

Meine wohl spannendste Geschichte zur diesjährigen Schadensbekämpfung:

 

Wir hatten in unserer Niederwildjagd eine wahre Schwarzwildexplosion, da der Landwirt meinte um seine Prämien nicht zu verlieren 9 ha Brachfläche in einen 9 ha Maisacker umzuwandeln.

Vergebens versuchten wir an die Sauen zu kommen, jedoch gingen die letzten Stängel bis unter die überhängenden Bäume, trotz Schneisen und ständig umgestellten Ansitzeinrichtungen, die Schwarzkittel kamen immer ungehindert in die schmackhafte Frucht.

Ich saß auf einer Scherenleiter, mitten im Mais, vor mir eine Schneise die mit Maisblättern bestückt wurde um durch die hellen Blätter eine bessere Sicht zu erlangen. Trotz Mahlpfosten und anderen Leckereien ließ sich nicht ein Schwein auf der Schneise blicken. Sie zogen wie gewohnt ab 22.30 in den Mais und fingen energisch an zu Werke zu gehen. Ich glaube bei dem Beispiel pro Stängel 5 Cent, ich war bei mind. (ich verrate es lieber nicht…. Nachher liest der Flächenbetreiber noch mit).

Es waren Schmerzen für meine Ohren ständig das gleiche Geräusch zu hören und keine Sau nahm Rücksicht!!! Es waren verschiedene Truppen, mind. 3 Rotten und ein Einzelnes, alle nicht weit weg. Von der Müdigkeit geplagt, die Hoffnung aufgegeben und meine Kriegskasse plündernd gehört, kriegte ich es spontan in den Kopf: wenn Ihr nicht zu mir kommt, dann halt andersherum.

Ich baumte ab und versuchte in etwa die Richtung zu erwischen aus der dieser Lärm verursacht wurde. Also sauer und erzürnt auf allen vieren in der Maisreihe ….Attacke… Nach ein paar Korrekturen in den Reihen war ich nach ca. 50m so dicht dran, dass ich das erste mal am liebsten aufgesprungen und schreiend geflüchtet wäre… Es waren mind. 3 Bachen mit mehreren Frischlingen. Mit einer WBK konnte ich gut erkennen, dass ich direkt in meiner Reihe eine Große und drum herum mehrere kleine vor hatte. Ratsch, schmatzen, ratsch, schmatzen, ich dachte die Bache wäre im Akkord unterwegs. Das Problem war, ich hatte kein Licht, links, rechts, hinten oben und vorn, überall nur Mais…., ich kam mir vor wie im Dschungel. Ich überlegte wie ich das jetzt anstellen könnte, nur viel Zeit blieb nicht, denn was ich erst nicht ahnte, die Sauen zogen auf mich zu. So kniete ich nun in meiner Maisreihe und hatte sie nicht mehr nur vor mir, sondern auf einmal fast um mich herum… ich hörte links und direkt rechts neben mir das Ratschen und schmatzen. (Ich glaube mein Nacken muss wie ein volles Nadelkissen ausgesehen haben)

Ich suchte in meiner Tasche nach der Lampe, (kein Lichtmonster sondern nur ne kleine Funzel zum Wegbeleuchten beim auf und Abbaumen) wenn sie mich schon umrennen, dann werde ich wenigstens durch den Lichtschein besser gefunden. Ein kurzer Blick durch die WBK, nun konnte ich auch die Sau vor mir besser sehen, auf ca. 7m. hat man ja nicht mehr so viele Maisblätter dazwischen.

Angst, Verzweiflung und Adrenalin geplagt machte mir die Bache den wohl größten Gefallen und zog 2-3 Reihen nach rechts und riss weitere Stängel um. Alle paar Sekunden lief vor mir ein Frischling durch die Reihe und ich entschloss mich in Anschlag zu gehen und meine Funzel zu nutzen. Zieloptik aufs kleinste runter gedreht im Anschlag kniend fing auf einmal links neben mir (keine 5m.) eine Bache an zu Blasen. Beim Zusammenzucken machte ich kurz die Lampe an, mist in der Reihe vor mir nichts zu sehen, Licht aus… Die Bache zog ganz langsam an mir vorbei und beruhigte sich… (ich mich nicht….) plötzlich fing vor mir wieder an sich etwas zu bewegen…. Licht an, 2 Frischlinge in meiner Reihe, Licht aus…. Etwas hoch und runter links und rechts um die größte Lücke durch die Blätter zu finden… Ein Frischling etwas vor, eins alleine und der Schuss brach.

Hat schon mal jmd. mit nem Stock im Wespennest rumgestochert…. Ähnlich muss es dabei auch zu gehen… Um mich herum explodierte der Mais, ein kleines rannte mir gegen mein Bein und ich fing an laut zu schreien… Zwei weitere rannten auf Streichelnähe vor mir her und der Rest nicht sichtbar in unmittelbarer Nähe. Ich schoss noch einmal in den Boden und schimpfte wie ein Rohrspatz… (Ich glaube die Rotte amüsiert sich heute noch über meine Wortwahl). Langsam und verärgert, Blasend, grunzend und rufend zogen die großen Stücke vor mir weg und nahmen Ihre Kleinen mit…

Zitternd und extrem erleichtert freute ich mich erstens das es mir noch gut ging… und zweitens, dass ich nen Frischling strecken konnte, der im Knall verendet war und vor meinen Füßen lag.

Wer es noch nicht erlebte, kann diese Pirsch kaum nachvollziehen. Extrem stolz versorgte ich mein Schwein und gönnte mir noch nen kleinen Feierabend Kasten (24x 0,33l.).

 

Ich glaube das viele meiner Jagdfreunde mir die  Geschichte niemals geglaubt hätten, wenn ich es nicht noch 2 mal wiederholt hätte. (Aber immer mit Begleitung, von denen wollte jedoch keiner mit, nur draußen vor dem Mais warten, aus „Sicherheitsgründen“) Ich will nicht beschreiben, was ich für nen toller Hecht bin, mir war nur gerade langweilig und ich dachte evt. nimmt jmd. gerne daran teil. Ich möchte bitte keine Diskussionen ob gefährlich oder mit/ohne Licht oder sonst was für nen Quatsch… Amüsiert euch an dem Erlebnis … Empfehlen will ich es NIEMANDEM !!!, es ist allerdings Nervenkitzen, Spannung und verdammt passioniertes Jagen… WMH euch allen !!! 

2.tes Erlebniss:

Geehrte Waidkammeraden,

 

 

ich kann meine Freude überhaupt nicht beschreiben, ich fühle mich von „Diana“ geküsst !!!

Als wirklich emsiger und passionierter Schwarzwildjäger habe ich schon so manches Schwein strecken dürfen, jedoch ist dieser Keiler mein bisheriger Höhepunkt.

Als kleine Widmung hier der Werdegang:

Glücklich trafen sich unsere Wege bei einem Pirschgang…., leise pirschte ich zwischen Raps und Weizenfeld entlang um eine Kanzel zu erreichen. Plötzlich vernahm ich ein schmatzendes Geräusch nicht weit von mir im Raps. Das Schmatzen war hin und wieder zu hören, die Pausen dazwischen kamen mir endlos vor, jedoch wurde es lauter, dass Stück zog auf mich zu. Ich war mir sehr sicher, dass es ein einzelnes Schwein sein musste, da sich nichts weiter vernehmen ließ.

Ich machte mich fertig, rückte etwas zur Rapsseite und wartete, dass es das hohe Getreide verließ um in den Weizen zu wechseln. Kniend auf dem Grasweg im Anschlag und das Zielfernrohr auf 3 –Fach gestellt zog das Stück ca. 15m vor mir mit dem Haupt aus dem Raps. So vorsichtig es den Weg betrat, genauso schnell war es dann auch im Weizen eingetaucht. Ich konnte erkennen dass es männlich und groß war, es folgte auch kein weiteres Stück mehr…. Mit etwas zittrigen Knien, (beeindruckt durch die Größe) und dem erneut hörbaren Schmatz Geräusch richtete ich mich nun wieder auf um den Weizen besser einsehen zu können. Der Keiler stand auf ca. 20m. breit vor mir im Getreide und für mich war nun alles beschlossen. Stehend freihändig versuchte ich den roten Punkt ein klein wenig hinters Blatt zu zittern…… es passte… der Schuss brach.

Ein rauschen ging durchs Weizenfeld und das Schwein verschwand im naheliegenden Unterholz. Ich verharrte der Dinge und ließ alles Revue passieren, bevor ich mich aufmachte meinen Kumpel zur Hilfe zu holen.

Am Anschuss Lungenschweiß, danach kaum noch etwas zu finden… Die Nachsuche viel schwierig aus, nicht der Länge geschuldet, sondern den Umständen. Das Schwein ist leider nicht den Wechsel gezogen, sondern musste den Weg durch den Weißdorn wählen (wobei der Raps sicher noch beschissener gewesen wäre !!!) . Mein Kumpel (Name: Lux, BGS) arbeitete die Krankfährte sauber aus und wir kamen ans Stück. Ich sah den Wildkörper regungslos dort liegen, die ersten rüttelversuche vom Lux zeigten das das Stück verendet war. Meine Freude war riesig und ich hätte die Welt umarmen können, als ich zum Haupt trat und mir dieses betrachtete…. Hätte ich die Welt noch zweimal umarmen können !!! So stark hatte ich Ihn trotz gutem Licht nicht ansprechen können, Groß und schwer ja, jedoch nicht so stark… Ich glaube jeder der diese Passion in sich trägt kann nachempfinden wie es mir ging… Pure Freude… Vielen Dank Diana… WAIDMANNSHEIL !!! 

P.s. und noch einen riesen Dank an meinen Vater, der mich quasi verdonnert hat auf die oben genannte Kanzel zu setzen.